WHATSAPP – Gut öder Böse

Ist WhatsApp für die Kommunikation von Lehrpersonen mit Eltern, Fachstellen, Behörden sowie zwischen Lehrpersonen und schulischem Personal geeignet? 

WhatsApp – Cool und revolutionär

Innovative Features, schnell und einfach kommunizieren, plattformübergreifend, kostenlos, hilft viel Geld zu sparen, ermöglicht in Echtzeit für null Komma nichts Fotos, Nachrichten, Daten mit Freunden, Bekannten und Kollegen zu versenden und teilen – alles ist cool und revolutionär. Also wieso nicht für schulische Zwecke verwenden? WhatsApp ermöglicht den schnellen Daten- und Informationsaustausch, was in verschiedenen Fällen (z.B. Klassenausflüge, Krankheitsmeldungen) einen grossen Vorteil schaffen kann. WhatsApp lässt sich schnell installieren, Gruppen erstellen und der Kommunikationskanal ist innert Minuten für die Verwendung bereit.Aber dies ist nur eine Seite der Medaille. Die App hat leider auch eine «Böse» Seite.

WhatsApp – die «Spionage-App»

Und mal ernsthaft, selbst wenn Facebook mein Adressbuch bekommt, was steht da drin, was das Einwohnermeldeamt oder die NSA nicht eh schon wissen. An Ort X wohnt die Person Y, die die Handynummer Z hat! Whow!
(Blogger Clinnt)


https://www.iphone-ticker.de/whatsapp-in-zahlen-aktive-nutzer-wachstum-co-62078/

Was passiert, wenn man die App auf sein Smartphone installiert und ein WhatsApp Konto eröffnet?
Es passiert viel mehr, als der Blogger Clinnt vermutet (oben) und es gibt weitere Aspekte, die bei der dienstlichen Verwendung der App berücksichtigt werden müssen. Wer WhatsApp nutzt, gestattet dem US-Unternehmen Zugriff auf alle Kontakte des Adressbuchs des Smartphones. So werden alle Adressen und Kontaktdaten (z. B. von Lernenden) und alle Metadaten nach USA transferiert und dort gespeichert. Diese Daten können ganz persönliche Daten sein. Z.B. bei welcher Krankenkasse ist man Mitglied (anhand der Telefonnummer der Krankenkasse nachvollziehbar); wie viel Mal hat die Person mit welchem Arzt (z.B. Hausarzt oder Psychiatrie) telefoniert. Diese Daten werden von WhatsApp (Facebook) an Dritte weitergegeben.
Wenn eine Lehrperson WhatsApp mit der Klasse, Eltern und Kollegen verwenden und gesetzlich richtig vorgehen möchte, müsste sie die schriftliche Erlaubnis von den Lernenden, Kollegen, Eltern und von allen Kontaktpersonen in ihrem Adressbuch für die Erlaubnis der Weitergabe von Daten an Dritte einholen. Einer Schule, welche die Verwendung von WhatsApp erlauben möchte, empfiehlt man erst abzuklären, ob eine Übertragung von personenbezogenen oder personenbeziehbaren Daten (Namen, Telefonnummern etc. gehören selbstverständlich dazu) ohne die entsprechende Rechtsgrundlage mit dem Betroffenen (also der Person, deren Daten übertragen werden) und insbesondere in ein Land mit einem geringen Datenschutzniveau wie den USA, gemäss Datenschutzgesetzt des Kantons erlaubt ist. WhatsApp ist nicht für berufliche Nutzung.

Es gibt noch einen Aspekt, der unbedingt berücksichtigt werden muss:
WhatsApp verbietet eindeutig jegliche nicht-kommerzielle Nutzung der App.

Und was tun?

Aus den oben erwähnten Gründen sind Schulen von einer Kommunikation via Facebook oder WhatsApp bzw. ähnlichen kommerziellen Diensten dringend abzuraten. Damit die Schule die Datensicherheit und Datenschutz in der Kommunikation im schulischen Arbeitsumfeld auch gewährleisten kann, sollte sie ein Kommunikationskonzept erarbeiten. Dieses Konzept soll die Erwartungen, Zuständigkeiten und Verantwortungen für alle Beteiligten, Regelung der internen und externen Kommunikation auf allen Kanälen (Kommunikationswege, -mittel und -inhalte) klären.

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