Digitalisierung braucht digitale Arbeitskultur

Schulen werden mit WLAN ausgerüstet, Lehrpersonen erhalten persönliche Notebook, eLehrmittel werden eingeführt und die Lernenden kommen mit eigenen Notebook in die Schule (BYOD). Alle technischen Anforderungen werden geregelt, Prozesse und Support werden neu deklariert, Datenschützer machen Ihre Arbeit und erlassen neue Verordnungen und Weisungen. Alle beschäftigen sich mit technischen Details und Abläufen. Alle arbeiten am eigenen Notebook. Der Unterricht wird immer mehr und mehr digital aber die Kultur ist und bleibt analog.

Welche kulturellen Veränderungen müssen stattfinden, dass wir Lehrpersonen auch digital denken, zusammenarbeiten und unterrichten? Wie können wir den Anschluss an die Digitalisierung schaffen? Wie schaffen wir eine digitale Arbeitskultur? Und wie erkennt man eine digitale Arbeitskultur? Wie viel hat die digitale Arbeitskultur mit IT zu tun? Wie können Schulleiter die Digitalisierung in der Schule unterstützen? Welche Rolle soll die Schulleitung in diesem Prozess ergreifen? Und nicht letzteres: Wieso sollen wir den Unterricht digitalisieren?

Die sind die ersten Fragen, die wir stellen müssen, wenn wir den Weg zur Digitalisierung schaffen wollen.

«Unsere Kunden», die Lernenden sind digital affin. Sie sind mit Smartphones und Tablets aufgewachsen. Aber digitale Affinität ist nicht gleich digitale Kompetenzen. Die digitalen Kompetenzen müssen die Schule fördern, die für die Zukunft, für das Berufsleben unumgänglich sind. Die Digitalisierung wird sowohl von der Arbeitswelt als auch von der Gesellschaft gefordert. Aber wie soll die Schule diese Kompetenzen vermitteln, wenn die Lehrpersonen selber nicht genug digital Kompetent sind?

«Solange ich nicht weiß, wie ich mit ganz neuen Herausforderungen umgehen soll, reagiere ich verständlicherweise mit Zurückhaltung und Skepsis. Erst recht, wenn ich durch Schule und Erziehung nie darauf vorbereitet wurde. Wenn ich die nötigen Fähigkeiten nicht entwickeln konnte, und wenn mein Umfeld voll von verunsicherten Menschen steckt. Dann liegt „Blockieren “ nahe.»

Schmitt, Christoph. Digitalisierung für Nachzügler: Einsichten eines digitalen Immigranten (German Edition) (Kindle-Positionen257-260). Kindle-Version.

Was bring eine Lehrperson dazu, dass sie auch den Weg zur Digitalisierung mitmacht? Mut, Kultur der Neugier, Motivation, Coaching, Weiterbildung, Fachberatung und Vernetzung. Die Schule muss die Lehrpersonen unterstützen, genügend interne Beratungsangebote, Sprechstunden und Weiterbildungen bieten. Die Vernetzung unter den Lehrpersonen wird noch wichtiger. Nur wenn die digitale Arbeitskultur vorhanden ist, können wir die digitale Kompetenz der Lernenden fördern und uns sicher in der Digitalen Welt bewegen.

Die Schulleitung muss dazu die nötige Zeit- und Finanzielle Ressourcen bereitstellen. Sie soll einen pädagogischen Koordinator einstellen, der für den zielgerechten Einsatz der ICT-Mittel an der Schule zuständig ist. Er unterstützt und berät die Lehrpersonen in der pädagogischen und didaktischen Umsetzung im Bereich Medien und Informatik sowie in technischen Fragen rund um die ICT. Der Päd. Koordinator unterstützt und berät die Schulleitung bei Entwicklungsarbeiten, organisiert Weiterbildungen, sorgt für das regelmässige und vorhandene Wissensmanagement, begleitet Projekte.

Er sorgt für eine lebhafte und vernetzte digitale Arbeitskultur und digitale Lehre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.